Ehepartner stirbt: Wer erbt das Haus? Erbteil und Grundbuch

Der Tod des Ehepartners trifft Hinterbliebene mitten in der Trauer mit Eigentumsfragen, und das gemeinsame Haus steht dabei im Mittelpunkt.

Das Haus erbt nach dem Tod des Ehepartners nicht automatisch der überlebende Ehegatte allein. Das Vermögen des Verstorbenen geht mit dem Erbfall als Ganzes auf alle Erben über (§ 1922 Abs. 1 BGB). Dieser Ratgeber erklärt die Erbquoten nach Güterstand, die Wirkung von Testament und Pflichtteil, den Weg ins Grundbuch und die Erbschaftsteuer auf das Familienheim.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erbfolge: Der Nachlass geht mit dem Erbfall als Ganzes auf die Erben über (§ 1922 Abs. 1 BGB).
  • Erbteil: Der überlebende Ehegatte erbt neben Kindern ein Viertel, in der Zugewinngemeinschaft zusammen die Hälfte (§ 1931 Abs. 1, § 1371 Abs. 1 BGB).
  • Pflichtteil: Enterbte Kinder erhalten die Hälfte des gesetzlichen Erbteils als Geldanspruch (§ 2303 Abs. 1 BGB).
  • Grundbuch: Die Berichtigung bleibt gebührenfrei bei Antrag binnen zwei Jahren seit dem Erbfall (Anmerkung 1 zu Nummer 14110 KV GNotKG).
  • Erbschaftsteuer: Das Familienheim bleibt für den Ehegatten steuerfrei bei zehn Jahren Selbstnutzung (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG).
  • Freibetrag: Ehegatten stehen 500.000 Euro zu, Kindern 400.000 Euro (§ 16 Abs. 1 ErbStG).
Von
Gökhan Gül
Veröffentlicht am:
10.04.2026
Stand vom:
16.09.2026
Testament mit einem Kugelschreiber
Dieses Bild ist Ki-generiert und dient nur der Veranschaulichung.

Wer erbt das Haus, wenn der Ehepartner stirbt?

Das Haus erbt, wer im Testament oder Erbvertrag benannt ist, ohne solche Verfügung erben die gesetzlichen Erben. Der überlebende Ehegatte wird nur ohne weitere Erben Alleineigentümer. Der Nachlass geht mit dem Erbfall als Ganzes auf die Erben über.

„Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.“ § 1922 Abs. 1 BGB, gesetze-im-internet.de

Der Nachlass umfasst auch die Schulden des Verstorbenen, denn der Erbe haftet für die Nachlassverbindlichkeiten (§ 1967 Abs. 1 BGB). Ein laufendes Immobiliendarlehen geht damit zusammen mit dem Haus auf die Erben über. Der Grundbucheintrag entscheidet darüber, welcher Anteil am Haus in den Nachlass fällt.

Was gilt, wenn nur der verstorbene Ehepartner im Grundbuch stand?

Das gesamte Haus fällt in den Nachlass, sobald der Verstorbene als Alleineigentümer eingetragen war. Der überlebende Ehegatte erhält daran seine Erbquote, kein Alleineigentum. Neben Kindern entsteht eine Erbengemeinschaft, deren Nachlass bis zur Auseinandersetzung gemeinschaftliches Vermögen bleibt (§ 2032 Abs. 1 BGB).

Was gilt bei hälftigem Miteigentum beider Ehegatten?

Nur der Miteigentumsanteil des Verstorbenen fällt in den Nachlass, im Regelfall die Hälfte des Hauses. Der eigene Anteil des überlebenden Ehegatten bleibt unberührt, weil das Vermögen in der Zugewinngemeinschaft getrennt bleibt (§ 1363 Abs. 2 BGB). Bei Gütergemeinschaft gehört der Anteil des Verstorbenen am Gesamtgut zum Nachlass (§ 1482 BGB). Die Höhe des Erbteils richtet sich danach, welche Verwandten neben dem Ehegatten erben.

Wie hoch ist der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten?

Der überlebende Ehegatte erbt neben Verwandten der ersten Ordnung ein Viertel der Erbschaft (§ 1931 Abs. 1 BGB). Neben Verwandten der zweiten Ordnung oder Großeltern erbt der Ehegatte die Hälfte. In der Zugewinngemeinschaft kommt ein weiteres Viertel hinzu.

„Wird der Güterstand durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird der Ausgleich des Zugewinns dadurch verwirklicht, dass sich der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein Viertel der Erbschaft erhöht.“ § 1371 Abs. 1 BGB, gesetze-im-internet.de

Verwandte der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge, also Kinder, Enkel und Urenkel (§ 1924 Abs. 1 BGB). Kinder erben untereinander zu gleichen Teilen (§ 1924 Abs. 4 BGB). Verwandte der zweiten Ordnung sind die Eltern und Geschwister des Erblassers. Die Tabelle zeigt die Erbteile nach Güterstand und Miterben.

KonstellationGüterstandErbteil des EhegattenErbteil der übrigen Erben
Ehegatte und KinderZugewinngemeinschaft1/21/2 an die Kinder
Ehegatte und ein KindGütertrennung1/21/2 an das Kind
Ehegatte und zwei KinderGütertrennung1/3je 1/3 an die Kinder
Ehegatte und drei KinderGütertrennung1/43/4 an die Kinder
Ehegatte und KinderGütergemeinschaft1/43/4 an die Kinder
Ehegatte und Eltern oder GeschwisterZugewinngemeinschaft3/41/4
Ehegatte ohne Verwandte erster und zweiter Ordnung und ohne Großelternjeder Güterstand1/1keine

Die Sonderregel für Gütertrennung gilt nur bei einem oder zwei Kindern (§ 1931 Abs. 4 BGB), ab drei Kindern bleibt es beim Viertel.

Warum erhöht die Zugewinngemeinschaft den Erbteil um ein Viertel?

Das zusätzliche Viertel ersetzt die genaue Berechnung des Zugewinnausgleichs und wird pauschal gewährt. Die Höhe des tatsächlich erzielten Zugewinns bleibt dabei ohne Bedeutung. Die Zugewinngemeinschaft ist der gesetzliche Güterstand aller Ehepaare ohne Ehevertrag (§ 1363 Abs. 1 BGB). Der überlebende Ehegatte kann die Erbschaft ausschlagen und stattdessen den konkret berechneten Zugewinnausgleich plus kleinen Pflichtteil verlangen (§ 1371 Abs. 3 BGB). Diese Wahl gehört zu einem Fachanwalt für Erbrecht, weil die Ausschlagung nicht korrigierbar ist. Eine letztwillige Verfügung verdrängt diese gesetzlichen Quoten vollständig.

Was ändert ein Testament daran, wer das Haus erbt?

Ein Testament verdrängt die gesetzliche Erbfolge und bestimmt die Erben frei. Der Erblasser setzt den überlebenden Ehegatten damit zum Alleinerben ein und macht ihn zum alleinigen Eigentümer des Hauses. Pflichtteilsansprüche der übergangenen Kinder bleiben bestehen.

Ein Testament entsteht in zwei Formen: eigenhändig geschrieben und unterschrieben (§ 2247 Abs. 1 BGB) oder notariell beurkundet. Das notarielle Testament spart den Erben später den Erbschein, wie der Abschnitt zum Grundbuch zeigt.

Wie wirkt das Berliner Testament auf das Haus?

Das Berliner Testament setzt die Ehegatten gegenseitig als Erben ein und die Kinder als Schlusserben nach dem zuletzt Versterbenden (§ 2269 Abs. 1 BGB). Der überlebende Ehegatte erbt das Haus damit allein und bleibt darin wohnen, die Kinder erben erst nach dem Tod des zweiten Ehegatten. Das Berliner Testament hat zwei Folgen, die Paare vor der Errichtung kennen sollten:

  • Pflichtteil beim ersten Erbfall: Die enterbten Kinder verlangen sofort Geld vom überlebenden Ehegatten (§ 2303 Abs. 1 BGB).
  • Freibetrag der Kinder: Der Freibetrag von 400.000 Euro pro Kind und Elternteil bleibt beim ersten Erbfall ungenutzt (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG).

Ehepaare, die das Haus zu Lebzeiten übertragen wollen, finden die Regeln dazu in unserem Ratgeber zum Haus überschreiben an nur ein Kind. Der Pflichtteil bleibt in beiden Fällen der wichtigste Kostenfaktor.

Welchen Pflichtteil können enterbte Kinder verlangen?

Enterbte Kinder verlangen die Hälfte des Wertes ihres gesetzlichen Erbteils in Geld. Der Pflichtteilsanspruch entsteht mit dem Erbfall (§ 2317 Abs. 1 BGB) und richtet sich gegen den Erben.

„Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.“ § 2303 Abs. 1 BGB, gesetze-im-internet.de

Pflichtteilsberechtigt sind neben den Abkömmlingen auch die Eltern und der Ehegatte des Erblassers (§ 2303 Abs. 2 BGB). Der Pflichtteil ist ein reiner Geldanspruch und gibt kein Miteigentum am Haus.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit fiktiven Werten zeigt die Größenordnung. Ein Ehepaar lebt in Zugewinngemeinschaft und hat zwei Kinder, das Berliner Testament enterbt beide Kinder. Der Nachlass beträgt 400.000 Euro, der gesetzliche Erbteil je Kind ein Viertel, der Pflichtteil ein Achtel. Jedes Kind verlangt damit 50.000 Euro vom überlebenden Ehegatten.

Der überlebende Ehegatte muss für diese Summe nicht zwingend das Haus verkaufen, wie unser Ratgeber zur Frage Haus verkaufen, um den Pflichtteil auszuzahlen erklärt. Die Berechnung des Pflichtteils gehört zu einem Fachanwalt für Erbrecht. Vor jeder Auszahlung steht die Eintragung des Erben im Grundbuch.

Wie kommt der überlebende Ehegatte als Eigentümer ins Grundbuch?

Der Erbe beantragt die Grundbuchberichtigung beim Grundbuchamt und weist die Erbfolge durch Erbschein oder notarielles Testament nach (§ 35 Abs. 1 GBO). Der Antrag bleibt binnen zwei Jahren seit dem Erbfall gebührenfrei.

Die Berichtigung läuft in vier Schritten ab:

  1. Erbnachweis beschaffen: Der Erbschein wird beim Nachlassgericht beantragt (§ 2353 BGB). Ein notarielles Testament ersetzt ihn zusammen mit der Eröffnungsniederschrift (§ 35 Abs. 1 Satz 2 GBO).
  2. Nachlassgericht bestimmen: Zuständig ist das Gericht am letzten gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers (§ 343 Abs. 1 FamFG), für Bremen die Nachlassabteilung des Amtsgerichts Bremen.
  3. Berichtigungsantrag stellen: Der Antrag geht für Bremer Grundstücke an das Grundbuchamt des Amtsgerichts Bremen.
  4. Zwei-Jahres-Frist wahren: Der Eintrag bleibt gebührenfrei bei Antrag binnen zwei Jahren seit dem Erbfall. Danach fällt eine 1,0-Gebühr nach Tabelle B an, bemessen am Grundstückswert.
„Die Gebühr wird nicht für die Eintragung von Erben des eingetragenen Eigentümers erhoben, wenn der Eintragungsantrag binnen zwei Jahren seit dem Erbfall bei dem Grundbuchamt eingereicht wird.“ Anmerkung 1 zu Nummer 14110 KV GNotKG, gesetze-im-internet.de

Aus unserer Arbeit mit Erbfällen in Bremen wissen wir: Die Zwei-Jahres-Frist gerät in der Trauerphase leicht in Vergessenheit. Parallel zur Grundbuchberichtigung läuft die Frist gegenüber dem Finanzamt.

Welche Erbschaftsteuer fällt auf das geerbte Haus an?

Das selbst genutzte Familienheim bleibt für den überlebenden Ehegatten vollständig steuerfrei (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG). Für das übrige Vermögen gilt ein persönlicher Freibetrag von 500.000 Euro (§ 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG).

Die Steuerbefreiung für das Familienheim knüpft an vier Bedingungen:

  • Nutzung durch den Erblasser: Der Erblasser hat die Wohnung bis zum Erbfall selbst bewohnt oder war aus zwingenden Gründen daran gehindert.
  • Nutzung durch den Erben: Der Ehegatte bestimmt die Wohnung unverzüglich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken.
  • Haltefrist von zehn Jahren: Die Selbstnutzung dauert zehn Jahre nach dem Erwerb an.
  • Wohnfläche: Für Ehegatten gilt keine Grenze, für Kinder endet die Befreiung bei 200 Quadratmetern (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG).

Die persönlichen Freibeträge nach § 16 Abs. 1 ErbStG stehen jedem Erben einzeln zu; die Spalte Fundstelle nennt die Nummer dieser Vorschrift:

ErwerberFreibetragFundstelle
Ehegatte und Lebenspartner500.000 EuroNr. 1
Kinder und Stiefkinder400.000 EuroNr. 2
Enkel200.000 EuroNr. 3
Übrige Erwerber der Steuerklasse I100.000 EuroNr. 4
Erwerber der Steuerklasse II20.000 EuroNr. 5
Erwerber der Steuerklasse III20.000 EuroNr. 7

Der überlebende Ehegatte erhält zusätzlich einen Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro, gekürzt um den Kapitalwert steuerfreier Versorgungsbezüge (§ 17 Abs. 1 ErbStG). Ehegatten und Kinder gehören zur Steuerklasse I (§ 15 Abs. 1 ErbStG). Der Steuersatz der Steuerklasse I reicht von 7 bis 30 Prozent, die Steuerklasse III beginnt bei 30 Prozent (§ 19 Abs. 1 ErbStG). Jeder Erwerber zeigt den Erwerb dem Finanzamt binnen drei Monaten an (§ 30 Abs. 1 ErbStG). Die Berechnung der Erbschaftsteuer gehört zu einem Steuerberater.

Wann entfällt die Steuerbefreiung für das Familienheim?

Die Steuerbefreiung entfällt rückwirkend bei Aufgabe der Selbstnutzung innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG). Ein Verkauf, eine Vermietung und ein Leerstand beenden die Selbstnutzung. Die Ausnahme greift nur bei zwingenden Gründen, etwa einer Pflegebedürftigkeit ohne eigene Haushaltsführung. Die steuerlichen Folgen eines Verkaufs erklärt unser Ratgeber zum geerbten Haus verkaufen und Steuern. Über einen Verkauf entscheidet die Erbengemeinschaft gemeinsam.

Welche Wege hat eine Erbengemeinschaft mit dem geerbten Haus?

Eine Erbengemeinschaft hat vier Wege: Übernahme durch einen Erben, gemeinsamer Verkauf, Vermietung und Teilungsversteigerung. Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen (§ 2042 Abs. 1 BGB). Bis dahin bleibt der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen aller Erben.

  • Übernahme mit Auszahlung: Der überlebende Ehegatte übernimmt das Haus und zahlt die Miterben nach ihren Erbquoten aus.
  • Gemeinsamer Verkauf: Alle Erben verkaufen das Haus und teilen den Erlös nach Erbquoten.
  • Vermietung: Die Erbengemeinschaft bleibt Eigentümerin und verteilt die Mieteinnahmen nach Erbquoten.
  • Teilungsversteigerung: Das Amtsgericht versteigert das Haus auf Antrag eines Miterben, der Erlös wird geteilt.

Jeder dieser Wege braucht denselben Ausgangswert, nämlich den Verkehrswert des Hauses (§ 194 BauGB). Verkehrswertgutachten für Bremer Grundstücke erstellt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Bremen, der selbstständig und unabhängig arbeitet (§ 192 Abs. 1 BauGB).

Aus unserer Arbeit mit Erbengemeinschaften in Bremen wissen wir: Der Streit beginnt fast immer beim Wert, nicht bei der Quote. Wie die Auszahlung der Miterben abläuft, zeigt unser Ratgeber zur Erbengemeinschaft und der Auszahlung des Hauses. Die ersten Schritte nach dem Erbfall fasst unser Ratgeber Haus geerbt, was tun zusammen. Nach der Entscheidung für den Verkauf können Erben ihre Immobilie in Bremen verkaufen und den Erlös nach Erbquoten aufteilen.

Fazit: Erbfolge beim Haus nach dem Tod des Ehepartners

Der überlebende Ehegatte erbt das Haus in der Zugewinngemeinschaft neben Kindern zur Hälfte, nicht allein. Ein Testament ändert die Quoten, lässt die Pflichtteile der Kinder aber unberührt. Die Grundbuchberichtigung bleibt binnen zwei Jahren gebührenfrei, das selbst genutzte Familienheim bei zehn Jahren Selbstnutzung steuerfrei. Der nächste Schritt ist der Erbnachweis beim Nachlassgericht, danach der Berichtigungsantrag beim Grundbuchamt. Wir bewerten das geerbte Haus und ordnen die Optionen ein, die Rechts- und Steuerfragen klären Notar, Fachanwalt und Steuerberater.

Häufig gestellte Fragen

Bis wann kann der überlebende Ehegatte das Erbe ausschlagen?

Die Ausschlagung ist binnen sechs Wochen möglich (§ 1944 Abs. 1 BGB). Die Frist beginnt mit der Kenntnis vom Anfall und vom Grund der Berufung, bei einem Testament frühestens mit der Bekanntgabe durch das Nachlassgericht. Die Frist beträgt sechs Monate bei Auslandsaufenthalt des Erben (§ 1944 Abs. 3 BGB).

Braucht der überlebende Ehegatte immer einen Erbschein?

Ein Erbschein entfällt bei einer Verfügung von Todes wegen in öffentlicher Urkunde. Die Verfügung und die Niederschrift über ihre Eröffnung genügen dem Grundbuchamt (§ 35 Abs. 1 Satz 2 GBO). Das Grundbuchamt kann einen Erbschein trotzdem verlangen, sofern es die Erbfolge durch diese Urkunden für nicht nachgewiesen hält.

Was erbt ein unverheirateter Partner nach dem Tod?

Ein unverheirateter Partner hat kein gesetzliches Erbrecht, weil § 1931 BGB nur Ehegatten und eingetragene Lebenspartner erfasst. Der Partner erbt ausschließlich über ein Testament oder einen Erbvertrag. Steuerlich gilt für ihn die Steuerklasse III mit 20.000 Euro Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 7 ErbStG) und einem Steuersatz ab 30 Prozent.

Geht der laufende Immobilienkredit auf den Ehegatten über?

Der Immobilienkredit geht als Nachlassverbindlichkeit auf die Erben über, weil der Erbe für die Nachlassverbindlichkeiten haftet (§ 1967 Abs. 1 BGB). Die Erbengemeinschaft aus Ehegatte und Kindern trägt die Verbindlichkeit gemeinsam. Die Ausschlagung binnen sechs Wochen ist der gesetzliche Weg bei einem überschuldeten Nachlass (§ 1944 Abs. 1 BGB). Ein Fachanwalt für Erbrecht prüft diese Entscheidung vor Fristablauf.

Wer zahlt die Erbschaftsteuer in einer Erbengemeinschaft?

Jeder Miterbe versteuert seinen eigenen Erwerb und nutzt dafür seinen persönlichen Freibetrag nach § 16 Abs. 1 ErbStG. Die Erbengemeinschaft selbst ist kein Steuerschuldner und zeigt den Erwerb nicht an. Jeder Erwerber meldet ihn dem Finanzamt binnen drei Monaten nach Kenntnis (§ 30 Abs. 1 ErbStG). Die Steuerbefreiung für das Familienheim steht nur dem Erben zu, der die Wohnung selbst nutzt (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG).

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